Wochenendseminar für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche

Wochenendseminar für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren sowie deren Familien in Roding und am Steinberger See

Thema: „Gleichgewichtstraining in der Höhe und am Wasser“

Teenie-Wochenende des BayCIVs e.V.

Es ist dieses Jahr schon eine außergewöhnliche Zeit. Umso mehr war es uns wichtig, dass das Teenie-Wochenende 2020 am Steinberger See stattfinden kann und darf. Wir haben lange gezittert und gehofft. Endlich kam die positive erleichternde Nachricht. Das Teenie-Wochenende FINDET STATT!

Bei der Ankunft am Freitagnachmittag gab es viele bekannte und auch manche neuen Gesichter für uns alle. Die Kinder brauchten keine 5 Minuten, um sich zusammen zu finden. Mit am Ende 37 Teilnehmer war das Wochenende nicht ganz ausgebucht, was zwar schade, aber bei der kurzfristigen Freigabe nicht zu vermeiden war.

Nach dem leckeren Abendessen ging es dann bei sommerlichen Temperaturen in den Klosterhof zum Kennenlernen. Die lustigen Eisbrecher-Spiele lockerten die traditionelle Vorstellungsrunde sehr auf. Dies erleichterte die anschließenden Gespräche, welche sich natürlich in erster Linie um die Hörbiographien der Kinder drehten. Während dessen machten die Teenies zusammen mit ihren Betreuern Damian, Laura und Annika das Freizeitgelände unsicher.

Beim Frühstück mussten wir schon feststellen, dass der nächtliche Regen die Temperaturen sehr fallen ließ. Wir dachten nur an die Kinder und deren Programm: Stand-Up-Paddeln am Steinberger See und Besuch der Erlebnisholzkugel.

Oje, die Kidis werden bestimmt frieren. Es half nichts, nach dem Frühstück brachen wir alle auf und der Herrgott hatte ein Einsehen. Er schloss seine Schleusen. So starteten die Kids zusammen mit Christian Scharf mit viel Spaß an der Sache verschiedene Gleichgewichtsübungen im Freien.

Teenies an der Grünfläche
Teenies an der Grünfläche

Zu uns Eltern ist inzwischen die Referentin Sophia Vogt (Masterstudium Psychologie) gekommen. Wir durften an dem interessanten Workshop: „Identitätsentwicklung bei hörgeschädigten Kindern“ teilnehmen und erleben. Ein herzliches Dankeschön an den TV Steinberg. Nach langer Corona Pause wurde das Vereinsheim extra für uns geöffnet.

Während der Mittagspause war ein Ortswechsel für die Kids angesagt. Somit bewegten sich die „Taxis Mamas und Papas“ Richtung Steinberger See. Und siehe da, das Wetter wurde um Stunde zu Stunde besser. Jetzt konnte der aufregende Teil beginnen. Alle Kids und die Jugendbetreuer wurden mit Neoprenanzügen und Schwimmwesten ausgerüstet. Bevor es aufs Wasser ging, gab es noch „Trockenübungen“ und vor allem vereinbarte man Gebärden bzw. Handzeichen. Denn alle mussten ihre Hörhilfen ablegen. Ein herzliches Dankeschön an die Belegschaft von Wild Wake Surf und Ski, die es schafften, dass sich die Teenies ohne technische Unterstützung beim Hören auf dem Wasser sicher fühlten und sich am Ende sogar ins Wasser trauten.

Kids und Betreuer am Wasser beim SUP
Kids und Betreuer am Wasser beim SUP

Nach der Rückkunft im Vereinsheim setzten wir Eltern unseren Workshop fort. Frau Vogt schaffte es, durch das gekonnte „Fokussieren“ uns die Stärken und Einzigartigkeit unserer Kids wieder in den Vordergrund zu rücken, die im Alltag allzu oft und zu einseitig durch die Linse der Hörschädigung in Vergessenheit geraten. Gegen 16:00 Uhr trafen wir uns dann alle auf der Holzkugel. Inzwischen zeigte sich auch wieder die Sonne und so fühlten sich auch Einige der Erwachsenen ermutigt, ebenfalls die durchaus imposante Rutsche in der Kugel auszuprobieren, immer kritisch beäugt von ihren Teenies.

Gruppenfoto vor der Kugel
Gruppenfoto vor der Kugel

Am 2. Abend beschäftigten sich manche Teenies mit ihren Betreuern bei Brettspielen und andere machten das Freizeitgelände wieder unsicher. Wir Eltern setzten unsere Gespräche vom Vorabend fort.

Am Sonntagvormittag erlernten die Teenies Entspannungstechniken mit Mihaela Cordea, während die Erwachsenen die Betreuer in Beschlag nahmen und ausgiebig sich nach ihrer Hörbiographie erkundigten. Hierbei wurden auch aktuell umstrittene Themen, wie die Beantragung eines Behindertenausweises und im Allgemeinen der Umgang mit Behörden und Versicherungen, nicht ausgespart. Nach dem Mittagessen trennten sich die Wege und jeder machte sich wieder auf den Heimweg, mit vielen Eindrücken und neu gewonnener Energie im Gepäck.

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